Ein klEinEs JubilÄum

BMX-Rider, April 2013

Countrybikes Shoptour Nr. 25
**TexT: Simon StevenS, mike emde**
Die Stopps der Countrybikes Shop Tour sind legendär. Das wissen wir nicht erst seit gestern. Auch der Stopp hier in Wuppertal wird uns von der Redaktion und auch den Locals aus der Gegend für immer in Erinnerung bleiben. Wenn die Countrybikes-Dudes um Torsten Pullich, Simon Stevens und „Gotti“ das Feld betreten, weiß man: Ab jetzt wird Geschichte geschrieben! So auch am 16. Februar 2013, als beim White Line Contest in der Augsburger „BlueBox“, dem 25. Stopp der Countrybikes Shop Tour, einmal mehr gerockt wurde, was das Zeug hielt.

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Ein kleines Jubiläum

Countrybikes Shoptour Nr. 25
**TexT: Simon StevenS, Mike emde**
Die Stopps der Countrybikes Shop Tour sind legendär. Das wissen wir nicht erst seit gestern. Wenn die Countrybikes-Dudes um Torsten Pullich, Simon Stevens und „Gotti“ das Feld betreten, weiß man: Ab jetzt wird Geschichte geschrieben! So auch am 16. Februar 2013, als beim White Line Contest in der Augsburger „BlueBox“, dem 25. Stopp der Countrybikes Shop Tour, einmal mehr gerockt wurde, was das Zeug hielt.

Bei dem miesen Wetter hatten wir schon Bedenken, ob über­haupt jemand den Weg in das verschlafene Augsburg finden würde. Doch Punkt 14:00 Uhr trudelten die Fahrer voller Motivation und guter Laune in die „BlueBox“ ein. Angereist wurde aus ganz Deutschland, Österreich, der Schweiz und auch aus Tschechien kamen einige Fahrer und Zuschauer angereist. Ein Anblick, der uns natürlich Freude machte, weil dem Trickgeballere über die Box in der „BlueBox“ nun nichts mehr im Wege stand.

Die Jungs haben es sich auf der Box und den anderen Ram­pen echt krass gegeben: Fette 360° No ­hands, Flip Nofoot Can cans und krasse Lines und Lip ­Tricks, die vorher nieman­dem in den Sinn gekomme wären. Es wurde definitiv ein neuer Meilenstein in der „BlueBox“ gesetzt.
Für das Finale haben wir eine alte Idee wieder aufgegrif­fen. Wie schon bei vorherigen Stopps fanden wir es passend, eine Liveband während des Finales spielen zu lassen. Gesagt, getan! Die Jungs von der Hardcore-­Band Deliver und Torsten Pullich als einheizender Animateur gaben 100 Prozent. Die Zuschauer gingen gut mit und die 13 Finalisten hauten einen Banger nach dem nächsten raus. So einfach ein Jumpbox Contest auch ist, so unglaublich viel Spaß macht er auch: nur ein Obstacle, fetteste Manöver gepaart mit kreativen Tricks.

Endlich war es wieder da! Das Gefühl, das BMX so cool macht.
Die Haare, die einem zu Berge stehen, und das Grinsen, das man nicht mehr aus dem Gesicht bekommt, als Jürgen Kurz sein Gitarrensolo in der Halfpipe stehend in die Saiten häm­merte, Torsten Pullich im alten Hulk-Hogan-­Style die Leute von der Box aus zum Schreien brachte und Stefan Pauli in drei Meter Höhe in einer 360°-­Bewegung ohne Hände am Lenker durch die Halle segelte, während die Menge ausflippte. Das ist BMX, echte Gefühle! Es kann auch sein, dass mir jemand den Tag über Alkohol in mein Getränk gekippt hat und ich deshalb so unglaublich glücklich war. Aber daran kann es auch nicht gelegen haben, da ich ja nicht der Einzige war, der dieses Gefühl mit nach Hause genommen hat.

Die Stopps sind einfach immer etwas Besonderes. Egal in welcher Stadt, egal mit welchen Leuten, 25­mal hatten wir bereits das Vergnügen, BMX so zu erleben, wie wir uns es vorstellen, und es werden noch so einige Stopps folgen, da sind wir uns sicher!

Eigener Bericht

Eigener Bericht

Die Heads:

Bernd Filser ist ein echter BMX-Rider aus Augsburg, hat zwar mittlerweile seine Dreads verloren – bleibt aber immer ein echter Underdog, der BMX lebt … sein Lieblings-Terrain: Trails, und das seit 20 Jahren!
Ben Ali, vor zwei Jahren nach Augsburg gezogen, fährt auch schon seit 20 Jahren, allerdings Skateboard. 15 Jahre
ausschließlich Street, die ersten 6 Jahre “echtes” Streetskaten ohne Rampen, seit dem Beton-Boom endlich auch Bowl und Vert.

Wie alles anfing:

Wir hatten Anfang der Jahrtausendwende immer wieder mal ne Session in der Spine-Miniramp Gersthofen u. Stadtbergen oder der alten F16-Halle in Augsburg (R.I.P.) mit anschließendem Live-Metal-Massaker in der Rockfabrik. Nach all den Jahren haben wir uns wieder getroffen und festgestellt dass in Augsburg die Szene außer den Old Dogs ziemlich am Arsch ist. Also haben wir einen Contest an der einzigen großen Streetfläche und Outdoor-Bowl in Augsburg veranstaltet – und Bääähmm, es waren mehr als 300 Leute am Start, davon fast 150 BMXer und Skater.
Da geht was – alle vereinen und uns endlich holen was uns zusteht! Jahrzehntelang hat die Stadt nur Versprechungen abgelassen und alles versanden lassen – BMXer und Skateboarder zusammen können alles schaffen. Um eine Basis zu schaffen und Ansprüche zu stellen haben wir kurzerhand einen Verein gegründet. Das Ur-Deutsche Element das jeglichen Spaß und Chaos im Keim erstickt – ne harte Nummer für Freigeister wie uns. Egal, wir sind erfahren genug um den schmalen Grat zu gehen. Das haben wir uns zumindest so vorgestellt – von Null auf hundert, also in weniger als einem Jahr nen Verein mit fast hundert Mitgliedern aufzustellen, 4 Beteiligungen an Festivals mit BMX- und Skateobardshow auf selbstgebauten Rampen, 2 eigene BMX-Dirt-Contests an den Trails Deuringen und im Ziegelstadel (R.I.P.) und noch ne Handvoll anderer Aktionen … und unterm Strich kein Geld dafür, gerade mal soviel um die nächste Aktion zu starten. Unser Ziel – endlich eine Halle in Augsburg!
Da haben sich einige gefragt, ob wir verrückt sind – Ja, stimmt! Beide sind Hardcore und werden wohl bis zum Rollstuhl oder Sarg weiterfahren, Ride or Die!

Von der Idee zur Umsetzung :

Erstmal allen zeigen dass wir da sind. Also ab Rakete und Aktionen gestartet, nach der Vereinsgründung durch die Stadt wandern und Geld eintreiben, mit mobilen Kickern und der Meute Spontanzirkus gemacht und die Skateboard- und BMX-Steuer direkt beim Bürger holen, in intensiven Gesprächen klar machen was in dieser Stadt verkehrt läuft.
Unterstützt die Jugendlichen und Extremsport-Freaks. Den größten Support haben wir natürlich im Scherbenviertel erhalten. Zeitgleich Immobilien angeschaut, verglichen, verhandelt und fündig geworden. Die ehemalige Ballonfabrik Augsburg, eine geschichtsträchtige Lagerhalle am Rande des sozialen Brennpunkts in Augsburg. Optimal – wir brennen auch! Mit dem Vermieter haben wir den Deal abgeschlossen, solange keine Miete zu zahlen bis wir mit dem Gröbsten durch sind. Dafür haben wir das bestehende Hochregal-Lager demontiert.
Der alte Scheiß muss raus – und Neues geschafft werden – mehr als ein halbes Jahr haben wir Stahl auseinander geschnitten, Container um Container entsorgt und gleichzeitig Rampen gebaut um in der Öffentlichkeit als Rollendes Einsatzkommando aufzutreten, bei den Sesselfurzern gern “Aktion im öffentlichen Raum” genannt, Beteiligung am Modular-Festival Augsburg mit ner fetten Funbox-Line oder beim “Pieces of a Puzzle – Jam” – Selbermachen ist unser Motto.
Dazwischen haben wir an einem Faktor gearbeitet, der uns fast das Genick gebrochen hätte – um eine Lagerhalle in eine “Sportstätte” umzubauen, muss man nicht nur eine Nutzungsänderung beim Bauamt vorlegen sondern auch zwingend den Brandschutz einhalten. Zusammen mit nem befreundeten Architekt haben wir Pläne gezeichnet und mit allen Ämtern abgesprochen, zeitgleich den Streetpark für die Halle gebaut, von Kumpels ne Halfpipe geholt und in der Halle aufgebaut, von Tretlager e. V. den Bowl bekommen und den Fängen der Spinnwegen entzogen.
Dann kam der Hammer – der Oberinspektor der Feuerwehr hat uns trotz Absprachen mit uns, zwei Architekten und einem Brandschutzbeauftragten am Tag der Abnahme voll ins Messer laufen lassen. Fazit – zusätzlich zur Brandschutzanlage (10.000,- €) sollten wir am Foampit einen Entrauchungskanal mit Brandschürze (Fieberglasvorhänge), drei zusätzliche Dachluken und eine manuell sowie automatisch auflösbare Notsprengung derselben schaffen um eine Genehmigung zu erhalten. Mehrkosten um die 20.000,- €. Hätte der Vermieter unser Potential nicht erkannt und einen Teil der Kosten getragen wären wir ganz einfach wieder verschwunden.
Scheiß drauf – wie schon gesagt, Augen zu und durch, dann halt noch ein paar Stunden dranhängen und täglich 14 Stunden arbeiten, privat muss man ja auch noch Miete zahlen. Und Jetzt? Sieht’s so aus:
– der Street-Bereich wurde umgebaut (siehe Fotos), sobald mehr Kohle da ist kann man den noch feiner ausbauen
– die große Line ist fertig (Startturm, große Funbox, Wallride)
– Foampit ist befahrbar
– wir haben eine Vert-Ramp und einen Bowl
– wir haben regelmäßig geöffnet
– wir haben den Übungsleiterschein gemacht und geben regelmäßig Unterricht Skateboarding und BMX
– immer mehr Nachwuchs ist begeistert von dem Projekt und nutzen den Freiraum für die eigenen Entfaltung, lernen aber auch bewusst von uns gegenseitig lernen und GEMEINSAM entwickeln, verbessern und die Szene stärken

FAZIT:

– Razed e. V. ist ein starker Verein, der jetzt genau 2 Jahre besteht
– die BlueBox ist neben Events unser größtes D.I.Y.-Projekt das jetzt langsam stabil läuft
– wir haben neben vielen Supporten 2 Partner – Titus Augsburg, CountryBikes München (natürlich brauchen wir noch mehr)
– BMXer & Skateboarder arbeiten zusammen
– Bernd erfüllt sich seinen Traum und eröffnet nebenan “Bernd’s Bikeshop”
– Ehrlich gesagt sind wir selber fast daran kaputt gegangen, aber wir sind so aufgewachsen – man kann alles schaffen, auch wenn’s mal weh tut

Verbrauch von:

Material:
– 5 Kubik Balken
– 300 qm Belag
– 15.000 schrauben
– 200 Flexscheiben
– 4 Gasflaschen für Schweissgerät
– 2 Rollen Schweissdraht
– 50 Paar Handschuhe
– 5 Schutzbrillen
– hunderte von Stiften, Meterstäben usw.
– Gefühlte 1000 Bits
– 100 Liter Farbe
– Bauwagen (Umbau auf Toilettenwagen)
– Demontage von 50 Tonnen Altmetall
Sonstiges:
– Verteilt mehr als 100 helfende Hände und Gehirne (was davon übrig geblieben ist 🙂
– 1 x gebrochene Hand
– 1 Liter Blut
– Mehrere Kübel Schweiß und Tränen
– 1 Metallsplitter in Bernds Auge, Folge: Infektion, übergesprungen auf das andere Auge!
– 200 Kisten isotonische Getränke (Bier 😉
– Gute Laune, Freizeit und Nerven: fast aufgebraucht
– Freie Tage von Ben und Bernd in den letzten zwei Jahren: 10, davon 5 Sonntage
– Alpträume 1-2 mal (das 4.000,- €-Monster für Miete und Nebenkosten im Monat)
Werkzeug:
– 2 Bohrmaschinen
– 2 Akkuschrauber
– 1 Stichsäge
– 1 Handkreissäge
– 1 Winkelschleifer klein, 1 Winkelschleifer groß
Fahrzeuge:
– Allgemein: 7,5 t, 3,5 t, Schwerlasttransporter, Bus, PKW + Anhänger und natürlich: Fahrradanhänger für unseren allerersten mobilen Kicker 🙂
– Für Bowl-Transport (aus Emmering) only > 3 Schwerlasttransporter, 1 LKW 7,5 t
Zeit:
– In den zwei Jahren insgesamt 8.000 Stunden, davon:
– 2000 Stunden für Behördengänge, Genehmigungen
– 300 Stunden Übungsleiterschein, Ersthelferschein
– 1000 Stunden Shows, Events, Workshops
– Für Rampen- u. Materialtransport Halle Fahrzeuge in Zeit:
– 100 Std. 3,5 t LKW
– 100 Std. Hänger und Pkw
– 300 Std.Pkw (Opel ZAFIRA R.I.P. – wurde hart gefickt durch hammerharte Überladung)
– 100 Std. Stapler
– der Rest: Aus-, Um- und Aufbau in der Halle, Rampenbau für die Halle und Events

Vorhang auf für die BMX-Asse

Neue Halle für die Augsburger Sportler ist endlich fertig

Der Termin für die Eröffnung hat sich immer wieder verschoben, jetzt endlich können sich die Skateboarder und B;X-Fahrer in einer eigens für sie konzipierten Halle austoben. Nun ging der Parcours – den der Betreiberverein Razed e.V. „Rollsporthalle BlueBox“ genannt hat, auf dem ehemaligen Gelände der Ballonfabrik (Riedingergelände) in Betrieb. Viele Interessierte haben schon die ersten Runden gedreht und an den Anlagen ihre akrobatischen Tricks ausprobiert. Die Nachmittage an den Wochenenden sind derzeit aber dem Nachwuchs vorbehalten. Im Rahmen des Ferienprogramms der Stadt Tschamp werden Kindern zwischen acht und zwölf Jahren in dreistündigen Kursen an das Fahren auf dem Skateboard oder dem BMX-Rad herangeführt. Die offizielle Eröffnung der Halle mit großer Party und Konzert ist für den 27. und 28. April geplant.

Die Heads

Bernd Filser ist ein echter BMX-Rider aus Augsburg, hat zwar mittlerweile seine Dreads verloren – bleibt aber immer ein
echter Underdog, der BMX lebt … sein Lieblings-Terrain: Trails, und das seit 20 Jahren!
Ben Ali, vor zwei Jahren nach Augsburg gezogen, fährt auch schon seit 20 Jahren, allerdings Skateboard. 15 Jahre ausschließlich Street, die ersten 6 Jahre “echtes” Streetskaten ohne Rampen, seit dem Beton-Boom endlich auch Bowl und Vert.
#Wie alles anfing:
Wir hatten Anfang der Jahrtausendwende immer wieder mal ne Session in der Spine-Miniramp Gersthofen u. Stadtbergen
oder der alten F16-Halle in Augsburg (R.I.P.) mit anschließendem Live-Metal-Massaker in der Rockfabrik. Nach all den Jahren haben wir uns wieder getroffen und festgestellt dass in Augsburg die Szene außer den Old Dogs ziemlich am Arsch ist. Also haben wir einen Contest an der einzigen großen Streetfläche und Outdoor-Bowl in Augsburg veranstaltet – und Bääähmm, es waren mehr als 300 Leute am Start, davon fast 150 BMXer und Skater.
Da geht was – alle vereinen und uns endlich holen was uns zusteht! Jahrzehntelang hat die Stadt nur Versprechungen abgelassen und alles versanden lassen – BMXer und Skateboarder zusammen können alles schaffen. Um eine Basis zu schaffen und Ansprüche zu stellen haben wir kurzerhand einen Verein gegründet. Das Ur-Deutsche Element das jeglichen Spaß und Chaos im Keim erstickt – ne harte Nummer für Freigeister wie uns. Egal, wir sind erfahren genug um den schmalen Grat zu gehen. Das haben wir uns zumindest so vorgestellt – von Null auf hundert, also in weniger als einem Jahr nen Verein mit fast hundert Mitgliedern aufzustellen, 4 Beteiligungen an Festivals mit BMX- und Skateobardshow auf selbstgebauten Rampen, 2 eigene BMX-Dirt-Contests an den Trails Deuringen und im Ziegelstadel (R.I.P.) und noch ne Handvoll anderer Aktionen … und unterm Strich kein Geld dafür, gerade mal soviel um die nächste Aktion zu starten. Unser Ziel – endlich eine Halle in Augsburg!
Da haben sich einige gefragt, ob wir verrückt sind – Ja, stimmt! Beide sind Hardcore und werden wohl bis zum Rollstuhl oder Sarg weiterfahren, Ride or Die!
#Von der Idee zur Umsetzung :
Erstmal allen zeigen dass wir da sind. Also ab Rakete und Aktionen gestartet, nach der Vereinsgründung durch die Stadt wandern und Geld eintreiben, mit mobilen Kickern und der Meute Spontanzirkus gemacht und die Skateboard- und BMX-Steuer direkt beim Bürger holen, in intensiven Gesprächen klar machen was in dieser Stadt verkehrt läuft.
Unterstützt die Jugendlichen und Extremsport-Freaks. Den größten Support haben wir natürlich im Scherbenviertel erhalten. Zeitgleich Immobilien angeschaut, verglichen, verhandelt und fündig geworden. Die ehemalige Ballonfabrik Augsburg, eine geschichtsträchtige Lagerhalle am Rande des sozialen Brennpunkts in Augsburg. Optimal – wir brennen auch! Mit dem Vermieter haben wir den Deal abgeschlossen, solange keine Miete zu zahlen bis wir mit dem Gröbsten durch sind. Dafür haben wir das bestehende Hochregal-Lager demontiert.
Der alte Scheiß muss raus – und Neues geschafft werden – mehr als ein halbes Jahr haben wir Stahl auseinander geschnitten, Container um Container entsorgt und gleichzeitig Rampen gebaut um in der Öffentlichkeit als Rollendes Einsatzkommando aufzutreten, bei den Sesselfurzern gern “Aktion im öffentlichen Raum” genannt, Beteiligung am Modular-Festival Augsburg mit ner fetten Funbox-Line oder beim “Pieces of a Puzzle – Jam” – Selbermachen ist unser Motto.
Dazwischen haben wir an einem Faktor gearbeitet, der uns fast das Genick gebrochen hätte – um eine Lagerhalle in eine “Sportstätte” umzubauen, muss man nicht nur eine Nutzungsänderung beim Bauamt vorlegen sondern auch zwingend den Brandschutz einhalten. Zusammen mit nem befreundeten Architekt haben wir Pläne gezeichnet und mit allen Ämtern abgesprochen, zeitgleich den Streetpark für die Halle gebaut, von Kumpels ne Halfpipe geholt und in der Halle aufgebaut, von Tretlager e. V. den Bowl bekommen und den Fängen der Spinnwegen entzogen.
Dann kam der Hammer – der Oberinspektor der Feuerwehr hat uns trotz Absprachen mit uns, zwei Architekten und einem Brandschutzbeauftragten am Tag der Abnahme voll ins Messer laufen lassen. Fazit – zusätzlich zur Brandschutzanlage (10.000,- €) sollten wir am Foampit einen Entrauchungskanal mit Brandschürze (Fieberglasvorhänge), drei zusätzliche Dachluken und eine manuell sowie automatisch auflösbare Notsprengung derselben schaffen um eine Genehmigung zu erhalten. Mehrkosten um die 20.000,- €. Hätte der Vermieter unser Potential nicht erkannt und einen Teil der Kosten getragen wären wir ganz einfach wieder verschwunden.
Scheiß drauf – wie schon gesagt, Augen zu und durch, dann halt noch ein paar Stunden dranhängen und täglich 14 Stunden arbeiten, privat muss man ja auch noch Miete zahlen. Und Jetzt? Sieht’s so aus:
– der Street-Bereich wurde umgebaut (siehe Fotos), sobald mehr Kohle da ist kann man den noch feiner ausbauen
– die große Line ist fertig (Startturm, große Funbox, Wallride)
– Foampit ist befahrbar
– wir haben eine Vert-Ramp und einen Bowl
– wir haben regelmäßig geöffnet
– wir haben den Übungsleiterschein gemacht und geben regelmäßig Unterricht Skateboarding und BMX
– immer mehr Nachwuchs ist begeistert von dem Projekt und nutzen den Freiraum für die eigenen Entfaltung, lernen aber auch bewusst von uns gegenseitig lernen und GEMEINSAM entwickeln, verbessern und die Szene stärken
#FAZIT:
– Razed e. V. ist ein starker Verein, der jetzt genau 2 Jahre besteht
– die BlueBox ist neben Events unser größtes D.I.Y.-Projekt das jetzt langsam stabil läuft
– wir haben neben vielen Supporten 2 Partner – Titus Augsburg, CountryBikes München (natürlich brauchen wir noch mehr)
– BMXer & Skateboarder arbeiten zusammen
– Bernd erfüllt sich seinen Traum und eröffnet nebenan “Bernd’s Bikeshop”
– Ehrlich gesagt sind wir selber fast daran kaputt gegangen, aber wir sind so aufgewachsen – man kann alles schaffen, auch wenn’s mal weh tut
#Verbrauch von:
Material:
– 5 Kubik Balken
– 300 qm Belag
– 15.000 schrauben
– 200 Flexscheiben
– 4 Gasflaschen für Schweissgerät
– 2 Rollen Schweissdraht
– 50 Paar Handschuhe
– 5 Schutzbrillen
– hunderte von Stiften, Meterstäben usw.
– Gefühlte 1000 Bits
– 100 Liter Farbe
– Bauwagen (Umbau auf Toilettenwagen)
– Demontage von 50 Tonnen Altmetall
Sonstiges:
– Verteilt mehr als 100 helfende Hände und Gehirne (was davon übrig geblieben ist 🙂
– 1 x gebrochene Hand
– 1 Liter Blut
– Mehrere Kübel Schweiß und Tränen
– 1 Metallsplitter in Bernds Auge, Folge: Infektion, übergesprungen auf das andere Auge!
– 200 Kisten isotonische Getränke (Bier 😉
– Gute Laune, Freizeit und Nerven: fast aufgebraucht
– Freie Tage von Ben und Bernd in den letzten zwei Jahren: 10, davon 5 Sonntage
– Alpträume 1-2 mal (das 4.000,- €-Monster für Miete und Nebenkosten im Monat)
Werkzeug:
– 2 Bohrmaschinen
– 2 Akkuschrauber
– 1 Stichsäge
– 1 Handkreissäge
– 1 Winkelschleifer klein, 1 Winkelschleifer groß
Fahrzeuge:
– Allgemein: 7,5 t, 3,5 t, Schwerlasttransporter, Bus, PKW + Anhänger und natürlich: Fahrradanhänger für unseren allerersten mobilen Kicker 🙂
– Für Bowl-Transport (aus Emmering) only > 3 Schwerlasttransporter, 1 LKW 7,5 t
Zeit:
– In den zwei Jahren insgesamt 8.000 Stunden, davon:
– 2000 Stunden für Behördengänge, Genehmigungen
– 300 Stunden Übungsleiterschein, Ersthelferschein
– 1000 Stunden Shows, Events, Workshops
– Für Rampen- u. Materialtransport Halle Fahrzeuge in Zeit:
– 100 Std. 3,5 t LKW
– 100 Std. Hänger und Pkw
– 300 Std.Pkw (Opel ZAFIRA R.I.P. – wurde hart gefickt durch hammerharte Überladung)
– 100 Std. Stapler
– der Rest: Aus-, Um- und Aufbau in der Halle, Rampenbau für die Halle und Events

Modular-Festival 2011

Für das zweite Modular-Festival 2011 stellte die Stadt Augsburg im Jahr 2010 160.000 € zur Verfügun
g. Mit diesem Zuschuss sollten etwa 70 Veranstaltungen an 20 Orten ermöglicht werden. Das Leopold-Mozart-Zentrum und das Zeughaus waren 2011 neue Spielorte des Festivals mit dem Schwerpunkt Computerspiele. Weil das Festival indoor kaum wahr
genommen wurde, begab man sich 2011 auch in den Outdoor-Bereich.
Location: Königsplatz Augsburg / 30.06. – 02.07.2011

„Modular-Festival 2011“ weiterlesen

Die Macher

Sport in Augsburg, April 2011

An einem geselligen Abend entstand eine Idee die Wirklichkeit wurde. Mit viel Engagement und Herzblut gründeten Benjamin Ali und Bernd Filser den Razed e.V.. Große und kleine Schwierigkeiten wurden überwunden, doch der Weg ist noch lang um das gesteckte Ziel zu erreichen. Mit bisher 50 Mitstreitern aus den Bereichen Skateboarding, BMX und MTB versuchen die Gründer wieder an die glorreichen Zeiten anzuknüpfen, welche Augsburg mit namhaften Sportlern weit über die Grenzen hinaus bekannt gemacht hat. „Es wird Zeit, dass Augsburg wieder von der deutschen und internationalen Szene beachtet wird“ – so die einhellige Meinung der Aktiven. Mit viel Eigeninitiative und Muskelkraft wurde nun der Spot in Stadtbergen wieder fit gemacht. Die bisher sehr anspruchsvollen Lines werden gerade um einige Anfängerhügel, zusätzliche Steilkurven und einen ausgedehnten Pumptrack erweitert. Das Gelände in Deuringen darf nur von Mitgliedern befahren werden. Es gibt aber auch die Möglichkeit einer Tages-Mitgliedschaft, damit Interessierte einfach mal rein schnuppern können und die Versicherung trotzdem gewährleistet ist. Die Öffnungszeiten werden regelmäßig auf der Internetseite bekanntgegeben. Auf dem Gelände herrscht uneingeschränkte Helm- und Bremsenpflicht!
In Süddeutschland gibt es kaum Trainingshallen. Deshalb hat der Vorstand des Razed e.V. beschlossen, in Augsburg eine Halle zu eröffnen um auch bei Regenwetter und in den Wintermonaten trainieren zu können. Nach unzähligen Besichtigungen, Telefonaten und Verhandlungen steht es nun endlich fest – die ehemalige Lagerhalle der Ballonfabrik Augsburg mit einer Grundfläche von 1.000 m2 wird umgebaut und soll bereits im Spätsommer eröffnet werden. Neben anderen Sponsoren wie der Stadtsparkasse konnte sich auch Titus Augsburg vom ausgefeilten Konzept überzeugen lassen. Weitere Firmen sind aufgerufen, Patenschaften abzuschließen. Im Gegenzug erhalten diese dauerhafte Werbeflächen. Mit Shows wie auf dem Modularfestival oder „Pieces of a Puzzle“-Jam auf dem Parkplatz
der Reese Kaserne zusammen mit der Augsburger Graffiti-Szene und weiteren Aktionen im Öffentlichen Raum will der Verein auf das Projekt aufmerksam machen. Es soll deutlich gemacht werden, dass die Skateboard- und BMX-Szene bereits seit Jahrzehnten zur Augsburger Sportkultur gehört.
Wichtig ist aber auch, zu vermitteln, dass solche Projekte dauerhaft nur durch Eigenitiative können bestehen. Jeder Einzelne ist aufgerufen sich aktiv zu beteiligen. Razed e.V. möchte Anfängern, Fortgeschrittenen und Profis in und um Augsburg Trainingsmöglichkeiten bieten. Sie stehen mit Tips und Tricks zur Seite. Für Mitglieder des Vereins besteht auch die Möglichkeit, mobile Rampen auszuleihen. Ein Flatrail und ein Curb, zerlegt im Rucksack kann man sich im JuZe Madison in Cramerton von Montag bis Samstag ausleihen.

Grundstein für eine BMX-Halle

AZ, Dezember 2010
**Freizeit** Verein Razed findet erste Sponsoren

Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen: Beim Augsburger Skateboard- und BMX-Verein Razed geht es ein wenig schneller. Die ersten Sponsoren sind gefunden und die Mitglieder des noch jungen Vereins (wir berichteten) einen Schritt weiter. In zwei Wochen haben sie über 1000 Euro und ebenso viele Unterschriften gesammelt. Die passende Immobilie mit 1000 Quadratmetern sei gefunden und bedürfe nun der Instandsetzung bzw. Bestückung mit Rampen, sogenannten „Obstacles”, teilt Razed mit.
Den Grundstein für eine Trainings-Anlage in Augsburg hat das Fachgeschäft für Skateboard, Snowsports und Streetswear „Titus Augsburg” gelegt und 6000 Euro an Razed e.V. gespendet. Robert Thierbach. (Team-Skater von Titus ist ausgebildeter Pädagoge und gibt auch seine Erfahrung auf dem Skateboard in Kursen für Kinder und Jugendliche weiter. „Eine Halle wäre der optimale Ort, um den richtigen Einstieg in diese vielseitige und attraktive Sportart zu vermitteln”, so Robert Thierbach, der somit das Vorhaben unterstützt. (AZ)