Kinder- und Jugendschutz

Theorie und Umsetzung (Vorwort): Dieses Kinderschutzkonzept dient unseren Vereinsmitgliedern als Grundlage für den Umgang mit Kindern und Jugendlichen in der Nachwuchsförderung wie z. B. Kinderkursen und sonstigen Vereinsveranstaltungen. Dieses Grundkonzept ergänzt die Kenntnisse unserer Mitglieder die eine C-Trainer-Ausbildung beim BLSV bzw. DRIV absolviert haben. Außerdem haben einige unserer Mitglieder dieses Jahr an einer mehrstündigen Fortbildung zu diesem Thema teilgenommen. Diese Schulung wurde durchgeführt durch das Amt für Kinder, Jugend und Familie der Stadt Augsburg, Fachbereich der präventiven Kinder- und Jugendhilfe. Wir überarbeiten diese Grundlage entsprechend, falls sich die Umstände ändern (z. B. wider Erwarten eine Indoor-Location die wir uns im Vereinsbetrieb bei den derzeitigen Immobilienpreisen in Augsburg leisten können, neue Projekte usw.).

Weitere Quellen zum Kinderschutz findet ihr hier:
BSJ – Präventionsarbeit (Jugendseite 2016)
Das Bundeskinderschutzgesetz (BJR, 2012)
Prävention sexualisierter Gewalt im Verband (DRIV)

Haltung (Umgangsform)

Wir arbeiten harmonisch über die Vereinsgrenzen hinweg zusammen und respektieren uns untereinander. Auch die Zusammenarbeit mit den anderen Organisationen in unserer Gemeinde ist von Vertrauen und Unterstützung geprägt. Dies gilt es zu bewahren. Alle unsere Coaches/Trainer/Übungsleiter/Assistenten haben entweder eine C-Trainer-Ausbildung oder ähnlich und/oder wurden von solchen geschult. Während der C-Trainer-Ausbildung (Breitensport Kinder u. Jugendliche) durch den BLSV werden auch die Basiskompetenzen zur Prävention sexualisierter Gewalt gelehrt (Quelle: https://www.blsv.de/). Für die Sicherheit, sowohl im Vorfeld durch Abfrage aufgrund Verletzungen aber auch im Falle einer Sportverletzung während des Betriebs bzw. Kurses haben alle Coaches/Trainer einen Ersthelferschein. Mindestens ein Hauptverantwortlicher vor Ort gewährleistet das durch regelmäßige Auffrischung und Dokumentation im Verein. Die Zeiten direkt vor, nach und während des Betriebs/der Kurse sind geprägt von Verzicht auf Alkohol und Zigaretten um den Charakter der Vorbildfunktion glaubhaft zu vermitteln. Außerhalb des Kinder- und Jugendbereichs, sprich der Kinderkurse, sind die Verantwortlichen dazu angehalten, stets in angemessenem Rahmen zu handeln da sie als Vereinsvertreter stets im positiven Sinne als Botschafter der Sache auftreten.

Leitbild

Wir handeln nach den Leitsätzen der Deutschen Sportjugend („… wir verurteilen jegliche Form von Gewalt, unabhängig davon ob sie körperlicher, seelischer oder sexualisierter Art ist“). Unser persönliches Leitbild ist kurz und knapp, wir sind Anti-rassistisch/-faschistisch/-sexistisch. Abgesehen vom Umgang während der Kurse haben wir festgelegt, dass wir immer genügend Getränke und Essen (Obst, Snacks) zur Verfügung stellen. Der Schutz des Kindes geht unserer Meinung dort los, wo er zuhause vergessen wird. Kinder ohne Frühstück und durstig in den Sport zu schicken ist unverantwortlich und schon der erste Schritt der Gewalt durch Vernachlässigung. Automatisch ergibt sich bei unserer Vorabfrage bei den Eltern, ob Unverträglichkeiten, Allergien, Phobien und ähnlich vorhanden sind um entsprechend zu reagieren und uns vorzubereiten. Aggressives Verhalten einzelner Teilnehmer und klassische Rollen die teils gespielt werden, unterbinden wir durch den Ansatz, bei 2/3 eines Kurses alle auf dem gleichen Niveau zu halten. Der Spaß einzelner und in der Gruppe  steigt, Kinder/Jugendliche werden von uns motiviert sich gegenseitig zu unterstützen und auch im Bereich der Hilfestellung aktiv zu werden. So werden Berührungsängste abgebaut. Falls möglich werden direkt nach dem Vormachen („… darf ich Dich so anfassen?“) 1-2 Kursteilnehmer die befähigt erscheinen, als Junior-Assistenten eingesetzt oder die Vereins-Coaches zeigen im Vofeld durch praktische Übungen wie genau die Hilfestellung aussieht um Missverständnisse klar zu vermeiden.

Kultur der Achtsamkeit

Als „obdachloser“ Verein ohne Vereinsheim, überdachte Sportstätte oder auf unsere Sportart zugeschnitte, wetterfeste Trainingshalle haben wir nicht die Möglichkeit, regelmäßiges Training anzubieten. Von 2010 bis 2015 hatten wir ehrenamtlich eine eigene Halle betrieben und dort auch feste Trainingstage bzw. „Fahren unter Aufsicht für Kids ab 8 Jahren“ etabliert. Nach Schließung der Indoor-Sportstätte haben wir unser Grundkonzept korrigiert und uns von einem klassischen Mitgliederverein in einen reinen Organisationsverein umgeformt. Daher bieten wir bei unseren Kursen in zwei Stufen – absolute Beginner u. Fortgeschrittene – (derzeit) lediglich Erstkontakt zum Sportgerät „Skateboard“ sowie ein Auffrischen an. Das Skateboard fördert das intrinsische Lernen. Zwischen den Berührungspunkten von Erstkontakt hin zur Auffrischung finden Kontakte am ehesten in öffentlichen Skateparks statt. Die Bereitschaft der Eltern, die Kinder an diese Sportstätten zu fahren und trotz fehlender Trainingsintervalle mit kurzen Abständen Kontakt zu unseren Coaches/Vereinsmitgliedern zu halten und eine freie Art der Gemeinschaft zu fördern ist maßgeblich entscheidend, ob negative Änderungen festzustellen sind. Gäbe es ein „Home of Skateboarding“ in Augsburg wie wir es mit unserer ehrenamtlich geführten „Bluebox Rollsportarena“ gemacht haben, könnten wir relativ schnell aufzeigen inwiefern negative Tendenzen im Sozialverhalten oder sonstige Auffälligkeiten durch Beobachtung sichtbar gemacht werden. Auch in unserer Individualsportart ist ein Abfallen der Leistung sofort spürbar und ein ausweichendes Verhalten schnell durchschaut. Während des Betriebs unserer Halle hatten wir FSJ’ler und BuFDIs eingestellt die täglich berichtet haben, was Ihnen im normalen Betrieb aufgefallen ist. Längere Fehlzeiten usw. waren auch meist ein zuverlässiges Zeichen für entsprechende Probleme die vorhanden sind.

Qualifizierung (Auswahl der Ehrenamtlichen)

Mitarbeiter/Vereinsmitglieder die mit Kindern und Jugendlichen bei Veranstaltungen und Kinderkursen die dem Zweck der Nachwuchsförderung dienen, in Kontakt kommen sind beretis langjährig im Verein Mitglied oder Partnerorganisationen. Neue Mitarbeiter werden bei Kursen als Assistenz eingesetzt um zu prüfen, ob sie die Voraussetzung und das notwendige Gespür für adäquate Nachwuchsarbeit mitbringen.Eine entsprechende Einschätzung des Charakters und einer möglichen Eignung  findet über mehrere Veranstaltungen und persönlicher Gespräche statt. Prinzipiell stellt sich schnell heraus, ob potentielle Kandidaten Familienfreundlich eingestellt und geeignet sind oder die Tätigkeit (auch aufgrund des Alters) „zu anstrengend ist“. Schließlich betreiben wir eine sehr junge Sportart und ernsthafte Verbindlichkeiten geraten in der heutigen Zeit bei Heranwachsenden im Alter zwischen 20 und 27 zwecks Persönlichkeitsfindung oft ins Hintertreffen. Schutz beginnt also unserer Meinung nach bereits bei Willensbekundung zur Kontinuität von mindestens 2 Jahren Vereinszugehörigkeit um im Falle auch ein guter Ansprechpartner für Kinder und Jugendliche außerhalb des Trainings zu sein. Jeder Trainer/Coach/Übungsleiter der direkten Umgang mit Kindern und Jugendlichen im Auftrag des Vereins hat, muss ein aktuelles erweitertes Führungszeugnis beantragen und vorlegen. Dies wird in Papierform und digital in den Vereinsunterlagen archiviert.

Schulungen und Information

Wir sprechen in Vereinsversammlungen aber auch in Kleinstgruppen oder im Vereinseigenen Forum über Tendenzen positiver/negativer Entwicklungen. Stark finden wir feministische Bewegungen die derzeit den Männerdominierten Skateboardsport weltweit verändern. Mögliche Fortbildungen darüber hinaus sind möglich, aufgrund Zeitmangels oft nur Einzelpersonen möglich. Über den BLSV gibt es entsprechende Programme und prinzipiell bewerben wir nach außen unsere klare Position zum Landessportbund Bayern, Anerkennung deren Satzung und Geisteshaltung. Wir ssind sogenannter Stützpunktverein für ISD (Integration durch Sport) seit 2017. Diese Titel sind nicht nur bloße Dekoration, das und die Vorteile kommunizieren wir den Eltern auch durch  Information per Newsletter, genauso wie Vorteile durch Bildungsteilhabe und sonstige Zuschussmöglichkeit/Ermäßigung für wirtschaftlich schlechter gestellte Familien. Außerdem vermitteln wir, wann und welche entsprechende Fortbildung absolviert wird und welchen Mehrwert wir uns dabei für die Nachwuchsförderung versprechen. Informationsbroschüren, Plakate und ähnliche Druckerzeugnisse machen nur bei einem großen Betrieb Sinn. Derzeit reicht uns ein aufklärendes Einführungsgespräch vor Ort mit den Kursteilnehmern und deren Eltern, um unsere Arbeitsmethode und beteiligte Personen transparent und vertrauenserweckend darzustellen.

Klare Regeln (Schutzvereinbarung)

Mangels einer überdachten Trainingsstätte und damit dem Fehlen von Duschen, geschweige denn der Möglichkeit eines regelmäßigen Trainings können wir die meisten Gefahrenquellen ausklammern. Kurse werden auch nie von einer Einzelperson gegeben, sondern finden entweder mit zwei unserer Coaches statt wobei hier eine Person stets als Hauptverantwortlichen auftritt oder die Einrichtung (z. B. Kinderhort, Kindergarten, Schule, Träger der freien Jugendarbeit, JuZe usw.) stellt Assistenten zur Seite die mindestens stille Ansprechpartner im Hintergrund sind oder aktiv Hilfestellung leisten. Im gemeinsamen Umgang achten wir darauf, Kinder- und Jugendgerechte Sprache zu verwenden und gleichzeitig die subkulturellen Einflüße unserer Individualsportart einzuflechten. Das fängt beim Einstreuen englischer Begriffe an (Ursprung des Skateboarding sind die U.S.A.) und dem Grundgedanken, dass Skateboarding nicht per se den Leistungssportgedanken in sich trägt und damit mehr Freude als in anderen Sportarten vermittelt werden kann. Gemeinsame Übernachtungen, Ausflüge über mehrere Tage hinweg usw. finden derzeit nur innerhalb der Gruppe der Organisierenden statt, sprich – den Vereinsmitgliedern (ü18) und Vorständen/Vorstandsvorsitzenden.

Mitglieder beteiligen/einbeziehen

In unseren Verein haben neben dem tatsächlichen Kern-Team (Organisatoren, Coaches/Assistenten/Trainern und Athleten ü18) keine weiteren Personen direkten und regelmäßigen Umgang. Allerdings arbeiten wir stets daran, uns in diesem Sinn fortzubilden und Entscheidungen zu fällen die für eine Programmgestaltung Einfluß nehmen, beispielsweise auf den Charakter eines Projekts (Inklusion, Integration) oder Events (z. B. Kindgerechtes Nachmittagsprogramm und Abkopplung des Abendprogramms mit Konzert). Eltern werden in diesen Prozess nur insofern einbezogen, als dass diese sich einbringen um Wünsche zu äußern wann welche Termine geeignet wären. Im Laufe der Jahre hat sich leider gezeigt, dass wir und auch andere Vereine lediglich als Dienstleister verstanden werden und sich Erziehungsberechtigte eher wenig einbringen. Im persönlichen Gespräch nehmen wir natürlich Input mit, beispielsweise Tendenzen zu unattraktiven Entwicklungen an Skateparks im öffentlichen Raum (derzeit Neusäß und Univiertel, Stand: 01.10.2018).

Hausordnung

Derzeit haben wir weder eine wettergeschützte Trainingsstätte noch ein Vereinseigenes Gelände. Daher haben wir auch keine Hausordnung mehr. Unsere Hausordnung die während des Betriebs unserer „BlueBox Rollsportarena“ aushing, ist hier zu finden. Bei Veranstaltungen in Räumen Dritter achten wir darauf, uns die Hausordnung vor Ort durchzulesen insofern sichtbar angebracht oder von den Betreibern vorlegen  zu lassen. Somit können evtl. Differenzen sofort besprochen werden.