BMX-Fahrer wünschen sich eine Halle

AZ, 25.11.2010
**Freizeit-Trend** Neuer Verein will den Nachwuchs fördern

VON MIRIAM ZISSLER

Tennis , Schwimmen, Basketball — wenn die Temperaturen sinken, zieht es die meisten Sportler in die Halle. Dort wo sie ein Dach über dem Kopf haben. Wer keine Halle hat, der kann auf den Frühling warten. Das ist so bei BMX-Fahrern oder Skateboardern. Sie haben keine Halle, zumindest in Augsburg nicht.


Das soll sich ändern. Denn die Sportarten sind im Trend, viele junge Leute üben sie aus. Derzeit befindet sich ein neuer gemeinnütziger Verein in der Gründungsphase. „Razed“ heißt er. Er wird der erste Augsburger Skateboard- und BMX-Verein. Die Vorsitzenden Benjamin Ali und Bernd Filser und Schatzmeisterin Kerstin Filser sind schon dem Großteil der Skater und BMX-Fahrer entwachsen. Sie sind 30, 33 und 28 Jahre alt und wollen dafür aber vor allem eins, den Nachwuchs fördern, den Sportlern eine ganzjährige Trainingsmöglichkeit bieten. „Die derzeitigen Bedingungen sind nicht optimal“, so Bernd Filser. Es gebe im Univiertel eine kleine Beton-Rampe, die allerdings nicht richtig genutzt werden könne, weil es keinen Platz für den nötigen Anlauf gibt.
Ähnlich sieht es mit einer Anlage in Königsbrunn aus. Einzig in Cramerton gebe es eine befahrbare Anlage. Nicht genug für die Szene, zu deren hartem Kern sich 50 bis 60 Skater und Biker zählen. Der Verein hat sich ein ambitioniertes Ziel gesteckt.
Er will den Jugendlichen ab nächstem Jahr eine Halle bieten. „Immobilien gibt es in Augsburg genügend, etwa im Riedinger Park, Martini-Park oder in der Ballonfabrik“, so Benjamin Ah. Die Miete wollen die Vorsitzenden durch Mitgliedseinnahmen decken. Filser: „Nachdem es auch in München keine Halle mehr gibt und alle Skater oder BMXer aus dem süddeutschen Raum derzeit nach Ulm oder Linz fahren müssen, glaube ich, dass wir großen Zulauf haben würden.“

100000 Euro nötig

Für die Ausstattung der Halle mit Rampen benötigt der Verein rund 100000 Euro. Das Geld haben sie nicht. „Jetzt beginnt das Klinkenputzen“, erklären Filser und Ali, die in den kommenden Monaten gezielt Firmen ansprechen und anschreiben
wollen. Sie erhoffen sich Spenden. „Wenn wir eine Halle haben, dann hat die Szene ein Zuhause, einen Ort in dem eine Hausordnung gilt, Störenfriede auch vor die Tür gesetzt werden, Wettbewerbe stattfinden können“, sagt Bernd Filser.